Eine Hand voll Erde – Viele Hände voll Schnee

Gründonnerstag, morgens früh 6 Uhr, endlich geht’s mal wieder auf ein Lager. Unser Ziel diesmal: Friedensau (gute 600 Kilometer fern der Heimat), um dort mit anderen Pfadigruppen aus ganz Deutschland die Ostertage verbringen zu können. Mit zwei vollgepackten Bussen machen wir uns auf den langen Weg (an dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön an die Familien Weinheimer und Obermayer, die uns mit ihren Autos diese Fahrt erst ermöglicht haben!!) und kommen ratzfatz an unserm Ziel an. Das ist auch nötig, denn für die nächsten Tage können wir uns an kalte Temperaturen und Schnee gewöhnen… Und gegen die Schneedecke hilft nur eins: Schneeschaufeln und Schneerechen! Los geht’s 🙂 Um sonst gegen die Minusgrade anzukommen, hilft am besten: Bewegung;  da ist das Jurte aufbauen, Heringe im gefrorenen Boden versenken, Autos auspacken, Kisten schleppen, Brennholz und Feuer machen, gerade recht um warm zu werden. Alles klappt problemlos und pünktlich zur Abendessenzeit stehen Nudeln und Tee bereit. So muss Lagerleben sein!

Abends dürfen wir dann zum ersten Mal in die „Eventscheune“, die wir im Laufe des OLaFs sehr lieb gewonnen haben, da wir uns dort zweimal am Tag auspacken und aufwärmen konnten 🙂 Großes Lob hier an den Erfinder der Fußbodenheizung, der uns auch ermöglicht Deutschlands (Woll)Sockenmode sehr detailliert kennenzulernen…

Karfreitag, morgens früh 8 Uhr, zehn Zentimeter Neuschnee. Schnell einheizen und die Jurte neu abspannen, damit das Schmelzwasser ablaufen kann, das sind ja mal ganz neue Erfahrungen… Dann lecker Frühstück, Eventscheune mit anschließender Morgengymnastik und ein gemütlicher Vormittag mit Brennholz machen und Zeug sortieren (der erste Programmpunkt ist leider witterungsbedingt gleich mal ausgefallen). Nach dem Mittagessen dann die erste Runde Workshops, Basteln, Erste Hilfe und „how to shit in the woods“ stehen bei uns auf dem Programm und der ein oder andere lernt dabei auch gleich mal nette neue Bekannte kennen 😉 Das Abendprogramm zieht sich dann leider etwas in die Länge, was aber letztendlich auch nur dazu führt, dass wir uns nach einer schönen Zeit mit Stockbrot am Lagerfeuer später in unsere Schlafsäcke legen… Manche nutzen auch noch das hervorragende Nachtduschangebot (merk dir das Jonas B., zu dieser Uhrzeiten ist das Wasser warm!) in den gemütlich beheizten Sanitärhäusern.

Sabbat, morgens früh 9 Uhr, tatsächlich ein paar Sonnenstrahlen, aber die verschwinden bald wieder im Grau. Das kriechen aus dem Schlafsack, rein in die teilweise eisigen Klamotten, jeden Tag eine Tortur, die man daheim bestimmt am allerwenigsten vermisst! Aber wenn man dann mal in seinen 5 Schichten eingepackt am warmen Feuer sitzt und ordentlich angeraucht wird, kann man sich gar nichts schöneres mehr vorstellen! Kurzer Gottesdienst am Vormittag, zu Mittag lecker„Heuhaufen“ und am Nachmittag Gestalten mit Ton bei den beheizten Außenwaschbecken. Dazwischen immer viel Zeit mit Gruppen und netten Leuten ins Gespräch zu kommen, bei anderen was zu Essen abzustauben oder auszuprobieren wie es sich anfühlt mit steifgefrorenen Fingern Völkerball zu spielen… Abends wird dann nach etwas Startschwierigkeiten das große Osterfeuer angezündet, wir bleiben aber nicht ewig im kalten Freien, sondern bekommen in unserer Jurte noch Pfannenkuchen zubereitet… Danke an Lena für die allzeit wunderbare Verköstigung!

Ostersonntag, morgens früh nach der Zeitumstellung. Uns fehlt eine Stunde Schlaf. Ansonsten haben wir leichtes Tauwetter und freuen uns darüber, wie warm einem eigentlich 5 Grad vorkommen können. Ein Schokoosterhase wartet nach der Eventscheune auf jeden uns, dann geht’s nochmal zu einer zweiten, gelungenen Runde Workshops, diesmal mit Basteln, Morsen und auch Schnitzen. Im Anschluss ans Mittagessen geht’s beim Geländespiel zur Sache, nur ¾ eurer Mädels lassen Euch im Stich und veranstalten eine phänomnomenale Essensversuchschlacht (wir nennen es mal nicht Orgie) bei bester Gesellschaft in der Jurte 😉 Als Gutenachtgoodie nach einem kurzweiligen Bunten Abend gibt’s noch ne Runde Pudding, auch sehr lecker und wir lassen den Abend ganz entspannt ausklingen!

Ostermontag, morgens früh 7 Uhr, Eiseskälte, die Vögel zwitschern, die Sonne scheint. Heute besonders früh aufstehn, denn der Abbau steht an. Und: es läuft wie am Schnürchen! Alle helfen mit und nach der Eventscheune und dem Verabschieden bei allen liebgewonnenen Menschen wären wir eigentlich abfahrtsbereit… Wären… Wäre da nicht die Gemeinschaftsaufgabe… Aber die wird getauscht und dann wuseln wir beim Brennholzschlichten im Sonnenschein wie eine Ameisenkolonie und kommen zeitig los, um uns mit vielen anderen im Stau auf den Weg zurück in den Süden zu machen… Und in der Dunkelheit müde, glücklich und natürlich ordentlich nach Rauch duftend dort anzukommen 🙂

So fühlt sich also Wintercampen im Schnee an… Alles halb so schlimm, an Mützen als Dauerbegleiter gewöhnt man sich sehr schnell 🙂

Osterlager Friedensau, wer das nicht kennt hat superviel verpennt, genau!!

Leute, es war wirklich eine Mordsgaudi mit Euch!!

Kapitän Bernhard Silberfuchs ist seiner Wilden 13 sehr dankbar für diese unvergesslichen Tage und freut sich schon narrisch auf’s nächste Lager!! (Anmerkung der Redaktion: Die Stewa steht schon bald vor der Tür :))

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